DAS WUNSCHBILDATELIER
- FEMALE  CATHEDRAL -
Auf einer Vernissage werde ich gefragt:„Warum sind Frauen für Sie Kathedralen? Warum zeichnen Sie beides zusammen?“
Da ich keine rechte Lust habe zu antworten, erzähle ich die Geschichte von Dali, welcher von Reportern gefragt wurde, warum er seine Frau Gala mit gebratenen Koteletts auf ihren Schultern malt. Dali entgegnete darauf „Ich liebe meine Frau und ich liebe Koteletts. Ich sehe keinen Grund, warum ich nicht beides zusammen malen sollte.“
Dies scheint dem Fragenden als Antwort erst einmal zu genügen.

Doch was ist nun der wahre Grund für diese eigenwillige Symbiose von Frauen und Kathedralen?
Ich erinnere mich noch genau an den Auslöser. Es war eine  Aktfotografie, schwarzweiß. Eine Frau saß auf der vorderen Kante eines Bettes. Ein Bein war angewinkelt, das andere scheinbar endlos nach vorn gestreckt. Mit beiden Armen nach hinten abgestützt, hob sie den Oberkörper an und überstreckte ihren Kopf in den Nacken. Und da fiel es mir zum ersten Mal auf. Der Brustkorb beschrieb mit den unteren Rippenbögen exakt die gleiche Kurve wie die eines gotischen Spitzbogens. Mir war, als könnte ich durch den flachen Bauch, der auf diese Weise „überrahmt“ wurde,  in das Mittelschiff einer Kathedrale blicken.

Dali hätte über diese Entdeckung wahrscheinlich mehrere Abhandlungen verfasst. Doch ich wollte sogleich mit meinem neuen Bild beginnen: FEMALE CATHEDRAL
Gotische Gewölbe und weibliche Rundungen vereint. Die Frau als Kathedrale, aufrecht stehend in High Heels, deren hohe Absätze durch Strebepfeiler gestützt werden. Es folgte ein Studium unzähliger Kathedralen und deren Grundrisse. Eines Tages fiel mir dabei auf, dass man Chor und Apsis auch als Kopf betrachten könnte und es entstand der Grundriss Female Cathedral in der Silhouette einer Frau.
Doch gibt es neben diesen Analogien, die auf Gestalt und Form beruhen, auch Gemeinsamkeiten auf anderer Ebene. Sowohl die Kathedrale als auch der menschliche Körper sind Werke von genialen Baumeistern. Der eine im Mittelalter, der andere vor aller Zeit, schufen sie ihre Meisterwerke nach einem exakten Plan. Für Lage und Funktion eines jeden Teiles ( Steinquader oder Körperzelle ) gibt es einen bestimmten Grund. Kein Zufall sorgte für das Hinzufügen oder Wegbleiben von jedem noch so kleinen Detail.
Die auf diese Weise entstandene Ästhetik führt schließlich zur letztendlichen Gemeinsamkeit von einer Kathedrale und einer sehr, sehr schönen Frau - beides lässt einen niederknien !
Female Cathedral
Grundriss Female Cathedral
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Architektur des Schlafes
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Video "Female Cathedral"  bei You Tube